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Gedanken zu unserem Dojo-Namen

Honshinkai.jpg„Honshin ist der wahre und befreite Geist. Hierin gibt es kein Überlegen und Unterscheiden. Dieser Geist ist sich nicht einmal seiner selbst bewusst. Er fließt durch den ganzen Körper und verweilt nirgendwo.“ (Takuan Sôhô, siehe unten)

Honshin bezeichnet den ursprünglichen Geist, der sich an nichts bindet, an nichts festhält. Er entspricht damit mushin, dem Nicht-Geist. Nach Takuan bewegt sich dieser Geist von einem Ding zum anderen wie Wasser. Da er sich an nichts bindet, ermöglicht er eine Anpassung an jede Situation.

„Gibt es im Geist einen Gedanken, dann hörst du nicht, was jemand sagt – auch wenn du Töne vernimmst – weil dein Geist mit sich selbst beschäftigt ist. Du nimmst nicht wahr, was du wahrnehmen solltest.“ (Takuan Sôhô)

Damit ist honshin essentiell für Aikido und für das Leben überhaupt. Die Prinzipien des Aikido dienen dem Erreichen zwischenmenschlicher Harmonie als übergeordnetem Ziel. Harmonie ist in letzter Konsequenz nur möglich, wenn man seinem Gegenüber mit bedingungsloser Offenheit begegnet. Diese Haltung beschreibt Martin Buber als dialogisches Prinzip: „Der Mensch wird am DU zum ICH.“

Aikido bietet eine hervorragende Möglichkeit, eine solche Haltung zu entwickeln. Partnerübungen mit wechselnden Trainingspartnern und -partnerinnen ermöglichen eine ständige Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen individuellen Persönlichkeiten und der eigenen Haltung dazu. Grundlage der Interaktion im Sinne des Dialogs ist hier, die Übungspartner_innen bei der Ausführung der Übung nicht zu behindern.

Der Name HonShinKai drückt meinen Wunsch aus, dass in diesem Dojo Menschen gemeinsam üben mit dem Ziel, eine offene, „ursprüngliche“ Geisteshaltung zu entwickeln, die Dialog ermöglicht und zwischenmenschliche Harmonie fördert. In diesem Sinne betrachte ich das hier praktizierte Aikido als traditionelles Aikido.

Dr. Karsten Kiewitt

Der japanische Zen-Meister Takuan Sôhô (1573-1645) setzte sich ausführlich mit der Bedeutung der Geisteshaltung für die Kampfkünste und das Leben auseinander. Seine Einsichten sind in verschiedenen Schriften überliefert. Die hier thematisierten Gedanken sind seiner Schrift Fudôchi Shinmyôroku (Die wundersamen Aufzeichnungen von der unbeweglichen Weisheit) entnommen.